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2012 - Spannende Themenführungen durch die Zechensiedlung Fürst Leopold

Im Märzen der Siedler
Dienst., 20. März - 15 Uhr
Bei dieser Führung soll das Gartenstadt-Konzept der Siedlung ein Schwerpunkt sein. Welche Bedeutung hatten die Gärten für die Familien? Wie wurden die Gärten genutzt? Nicht nur für Menschen mit dem „grünen Daumen“ eine spannende Führung.
 

Beim Taubenvatter
Mittwoch, 18. April - 17 Uhr
Der Bergmann und seine Tauben – diese Führung widmet sich im Schwerpunkt den „Rennpferden des kleinen Mannes“ und erinnert an Zeiten, in denen es in vielen Häusern der Siedlung einen Taubenschlag gab. Und natürlich wird ein „Taubenvatter“ besucht.
 

Wenn wir schreiten...
Donnerstag, 3. Mai - 17 Uhr
Zwei Tage nach dem „Tag der Arbeit“ widmet sich diese Führung im Schwerpunkt den Arbeitskämpfen, Mahnwachen und ähnlichen Aktionen auf der Zeche Fürst Leopold, die wegen der unmittelbaren Nähe von Arbeitsplatz und Wohnungen immer das Leben in der Siedlung prägten.
 

Spiel mal wieder
Mittwoch, 23. Mai - 17 Uhr
Mit Spielzeug aller Art vollgestopfte Kinderzimmer gab es nicht, gespielt wurde draußen. Diese Führung widmet sich im Schwerpunkt der früheren Situation der Kinder und Jugendlichen in der Siedlung und lädt auch zum aktiven Mitspielen ein. Das Spielzeug haben wir.
 

Fotoschicht
Montag, 4. Juni - 17 Uhr
Unter fachkundiger Leitung will diese Führung mit der Kamera den planerischen Feinheiten der preisgekrönten Siedlungs-Architektur auf den Grund gehen.
 

Nachtschicht - Was fleucht...
Mittwoch, 4. Juli - 20 Uhr
Wenn es Abend wird in der Zechensiedlung, erwacht ein besonderes Leben in der Gartenstadt und im Umfeld der Kolonie. Diese Führung will das unter fachkundiger Leitung beobachten und belauschen.
 

Nachtschicht - Literat(o)ur
Freitag, 24. August - 20 Uhr
Literatur über die Welt der Arbeit und aus der Welt der Arbeit – bei dieser Führung wird gelesen: Besinnliches und Anekdoten in der ganz besonderen Abendstimmung der Siedlung.
 

Herbstspaziergang
Mittwoch, 24. Oktober - 15 Uhr
Mit dem „Maler Herbst“ macht sich die letzte offene Gruppenführung des Jahres 2012 auf den Weg und erfreut sich am spannenden Dialog zwischen den farbigen Fassaden und dem bunten Herbstlaub. Es darf geraschelt werden...
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos zu allen Führungen und Anmeldungen bei Volker Jenau unter Telefon 02369-248061 oder auch gerne per E-mail unter der Adresse siedlung@bergbau-dorsten.de
Startpunkt für alle Führungen ist die Geschäftsstelle des Bergbau-vereins am Brunnenplatz. Jede Führung dauert etwa 90 Minuten und die Teilnahme kostet 5 € pro Person - einschließlich des kleinen Bergmannsschmauses am Ende der Führung in der Geschäftsstelle des Vereins.
Auf Wunsch werden auch besondere Gruppenführungen (mindestens 6 Personen) veranstaltet. Nachfragen dazu ebenfalls unter Telefon 02369-248061 oder per E-mail siedlung@bergbau-dorsten.de
 


Siedlungsführung auch bei klirrender Kälte

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Mit warmen Worten verabschiedete Volker Jenau (links) eine gemischte Gruppe von Mitarbeitern des Hervest-Treffs an der Halterner Straße und einer Jugendmaßnahme der Dorstener Arbeit, die am 7. Februar trotz klirrender Kälte eine Führung durch die Zechensiedlung Fürst Leopold absolvierte. “Schön hier, aber heute saukalt” - war das einhellige Fazit nach dem trotz frostiger Temperaturen nicht gekürzten Rundgang.


Zwei Klassen der Augustaschule in der Zechensiedlung

Mit dem Besuch von zwei Klassen der Augustaschule (4a und 4b) am 6. und 8. Dezember beendete der Bergbauverein für das Jahr 2011 die Schulführungen durch die Zechensiedlung Fürst Leopold.

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F_Augs05_2011_12_06_(c)_gs Die Klasse 4a war mit ihrem Lehrer Gerd Stollenberg am Nikolaustag mit dem Bergbauverein in der Siedlung unterwegs. Nach dem schon obligatorischen Gruppenbild am Brunnen gab’s noch eine Überraschung für Bärbel Pötsch und Volker Jenau, die die Gruppe geführt hatten: Die Jungen und Mädchen sangen mit viel Begeisterung die ersten drei Strophen des Steigerliedes - auch zur Freunde der Anwohner,

 

 

 

 

 

 

 

 

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So sah es hier vor der Sanierung der Siedlung vor rund 30 Jahren aus - Bärbel Pötsch erklärte den Kindern auch mit Hilfe von Bildern die Geschichte der Siedlung. - Und wie immer war das Gedränge groß, als Volker Jenau nund Bärbel Pötsch an der “Gartenstation” die frischen Möhren auspackten.

F_Augs07_2011_12_06_(c)_wm “Die sind ja richtig lecker” - die Kinder waren selbst überrascht, wie viel Spaß es machen kann, frisches Gemüse zu essen. Der ebenfalls angebotene Ziegenkäse - eine kleine Erinnerung an die “Bergmannskuh” - stieß da doch auf deutlich weniger Gegenliebe.

 

 

 

 

 

 

 

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Viel Spaß hatten die Kinder auch an der Spielestation. Tonknicker und Glasmurmeln über die Erde ins Loch zu schnippen, das ist heutzutage eben nicht mehr alltäglich und auch das Pinnchenschlagen fand ganz schnell seine Liebhaber. “Playstation” mal ganz anders - es muss eben doch nicht immer Hightech sein...

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Zwei Tage nach der 4a war die Klasse 4b in der Siedlung unterwegs. Und die fröhlichen Gesichter beim Abschiedsfoto am Brunnen zeigen, dass die Führung auch den Jungen und Mädchen dieser Klasse gut gefallen hat.

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Gisela Poppek war mit den Kindern unterwegs, die mit großem Interesse den spannenden Geschichten aus der und über die Siedlung zuhörten, die aber auch - wen will es wundern? - viel Spaß beim Spielen hatten.

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An der “Gartenstation” hatten die Möhren wieder viele viele Liebhaber, aber dass Gisela Poppek Kohlrabi hochhielt und nicht etwa Blumenkohl oder gar Grünkohl - es brauchte seine Zeit bis zur richtigen Antwort.

F_Augs09_2011_12_08_(c)_gs Gemüse zu essen macht eben viel mehr Spaß als darüber zu reden...

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenige Tage nach den Führungen gab es Post von der Augustaschule. Die Kinder hatten ihre Eindrücke in kleinen Briefen zusammengefasst - hier eine Auswahl:

Ich fand die Führung sehr aufregend. Ich konnte viel über die Kohle und über die Menschen erfahren.“
Valentina

„Ich möchte mich bedanken für die tolle Führung durch die Zechensiedlung. Es hat uns allen viel Spaß gemacht.“
Leonie

„Es hat mir sehr, sehr gut gefallen. Die Bildersuche war sehr interessant für mich uind das Stück Kohle hat zuhause schon seinen Platz gefunden.“
Mirsart

„Wir haben von Ihnen sehr viele Informationen über unseren Stadtteil Hervest erhalten. Der ganze Spaziergang hat mir gut gefallen, besonders als wir uns zu einem Spiegel aufgestellt haben.“
Aurelia Georgina

„Danke, dass Sie mit uns die Zechensiedlung gemacht haben. Die Führung war sehr schön und die Möhren waren sehr lecker.“
Fadile

Mir hat die Führung durch die Zechensiedlung gefallen. Besonders schön war es, dass die Kinder ein Stück Kohle bekommen haben.“
Dominik

„Mir haben besonders gut die Spiele gefallen. Aber auch der Käse und die Karotte haben mir sehr gut geschmeckt.“
Marcia

„Vielen Dank für den Brocken Steinkohle. Die Spiele haben besonders viel Spaß gemacht.“
Lena

„Besonders gut fand ich, dass wir Bilder bekommen haben und suchen mussten, was auf dem Bild zu sehen war. Ich habe mich auch sehr über das Stück Kohle gefreut.“
Leon

„Ich fand es sehr schön, mit Ihnen durch die Zechensiedlung zu gehen. So haben wir noch mehr über die Zeche erfahren.“
Marie

Es war wirklich toll, ich bedanke ich auch für die Möhren und die Steinkohle. Das alte Haus sah irgendwie komisch aus.“
Timo

Es hat mir echt Spaß gemacht. Ich wusste gar nicht, dass man von der Zechensiedlung so viel lernen kann.“
Asude
 

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Kinder von der Wichernschule bedankten sich mit einem Ständchen

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Mit dem lustigen Lied “Schmitz seine Hippe ist weg” verabschiedete sich die Klasse 4b am 25. November aus der Zechensiedlung Fürst Leopold und bedankte sich mit dem Überraschungsständchen beim Bergbauverein durch die Führung durch die Kolonie. Die Kinder und ihr Lehrer Nikolaus Woronka hatten nicht nur bei dem Ständchen viel Spaß an diesem Vormittag.

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Gestartet wurde wie immer auf dem Brunnenplatz in der Siedlung, wo Bärbel Pötsch, Dagmar Heier und Gisela Poppek die Kinder begrüßten. Warum wurde die Siedlung vor 100 Jahren gebaut und wo haben die Menschen gearbeitet, die dann hier in der Siedlung gewohnt haben? - Schnell zeigte sich, dass sich die Wichernschüler gut vorbereitet auf den Weg gemacht hatten.

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Man kann ja nie wissen, ob man nicht später einen Aufsatz schreiben muss... - also machten sich einige Kinder fleißig Notizen unterwegs. Und Bärbel Pötsch durfte nicht nur erklären, welche Aufgaben die Hebamme in der Siedlung hatte, sondern sie durfte dann auch Hebamme buchstabieren. - Schöner als zu schreiben ist es natürlich zu spielen und auch dafür war Zeit während der Siedlungsführung. Dass man auch ohne Playstation, Gameboy etc. viel Spaß haben kann, war dann doch für einige Kinder eine Überraschung.

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Wie haben die Familien die großen Gärten in der Siedlung genutzt? Nach der Theorie die Praxis: Die frischen Möhren haben allen geschmeckt, der Ziegenkäse als Erinnerung an die Bergmannskuh wurde für viele Kinder so etwas wie eine kleine Mutprobe.

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Gruppenbild am Brunnen: “Das war schön und spannend” - die Zeit verging wie im Flug. Nikolaus Woronka, Klassenlehrer der 4b und Rektor der Wichernschule, versprach: “Das war zwar die erste, aber bestimmt nicht die letzte Klasse der Wichernschule, die der Bergbauverein hier begrüßen darf.” - Wir freuen uns darauf.

Und das waren - nachstehend eine kleine Auswahl - die Eindrücke der Kinder:

Der Bergbau-Ausflug
Am Freitag, den 25.11.2011 haben wir einen Ausflug gemacht. Wir sind mit dem Fahrrad nach Hervest gefahren. Dort haben wir Leute vom Bergbau-Verein getroffen. Als erstes haben wir uns den Brunnen am Brunnenplatz angesehen. Da sieht man eine Ziege, ein Schwein, Gänse und Tauben – alles Tiere, die die Bergleute früher hatten. Dann wurde uns gezeigt wo früher die Zechenbahn durch die Siedlung zum Hafen fuhr. Nebenan wohnte ein Taubenvater. In der Siedlung gibt es 23 verschiedene Haustypen. Dann durften wir auf dem Spielplatz Seilchen springen und Murmeln kicken. Wir haben auch was zu essen bekommen: Ziegenkäse und Möhren – wie früher. Früher gab es auch weniger Autos und dafür mehr Platz zum Spielen für die Kinder.”
Anne Frochte

Hervester Brunnenplatz
Wir haben einen Ausflug nach Hervest gemacht. Zuerst haben wir uns die Statue mit Ziege-Schwein-Gänse-Tauben und Eiern am Brunnenplatz angesehen. Dann sind wir weiter gegangen und haben erfahren, dass alle Häuser einen Keller hatten für die Kohle. In der Küche stand ein großer Herd, der mit Kohle geheizt wurde. Hier lebte die Familie. Die Schlafräume wurden nicht geheizt. Damals züchteten die Leute Tauben. Jede Taube bekam einen Taubenring. Sie flogen dann um die Wette von weither. Der Taubenvater hatte eine Taubenuhr. Wenn die Taube kam, steckte er den Ring in die Taubenuhr. Für die schnellste Taube bekam man einen Preis. Was heute Spielplätze sind, waren damals Gärten. Gärten waren damals sehr wichtig für die Leute. Sie haben da Gemüse angebaut.”
Selina Urbaniak

Bericht über den Brunnenplatz
“Am 25.11.2011 war unsere Klasse am Brunnenplatz in Hervest – Dorsten. Dort haben wir viel über die Geschichte erfahren. Auf dem Brunnen waren 2 Gänse, 1 Ziege, 1 Schwein, 2 Turteltäubchen und 3 Eier. In den Häusern gab es keine Wohnzimmer. Es gab 23 verschiedene Haustypen, aber alle waren von innen gleich. Es gab keine Spielplätze. Gespielt wurde auf der Straße und auf dem Brunnenplatz. Früher gab es Taubenväter, die machten mit ihren Tauben Wettflüge. Damit man die Tauben nicht verliert, haben sie Ringe an den Füßen gehabt. Kaninchen und Schweine wurden im Hof geschlachtet. Aus frischer Ziegenmilch wurde Ziegenkäse gemacht. Es gab oft Streit zwischen den Katholischen und den Evangelischen. “
Joelina Kleppe


Ein Bergmann erzählt...

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... von der Entstehung der Kohle, dem Bergbau in Dorsten, der Geschichte der Zeche Fürst Leopold und und und und und...

Die Doppelstunde in der vierten Klasse der Wichernschule verging für die Kinder und auch für Hannes Fischak wie im Flug. Der ehemalige Bergmann (Dipl. Bergingenieur) hatte bei seinem Vortrag dankbares und wissbegieriges Publikum. Besonders spannend fanden die Kinder die Schilderungen von Hannes Fischak über die Kleidung und Sicherheitsausrüstung der Bergleute und dass unter Tage richtige Züge fahren, mit denen die Bergleute vom Schacht zu den Abbaubetrieben gebracht werden.

Der Besuch war der erste Teil des Unterrichtsschwerpunktes “Bergbau”, am 25. November folgt dann mit einer Führung durch die Zechensiedlung Fürst Leopold der zweite Teil. Dass bei dieser Führung auch gespielt werden soll, hat die Vorfreude noch gesteigert.

 

Und das waren die Eindrücke der Kinder:

Das Ende des deutschen Bergbaus
Zwischen 2015 und 2019 sollen die vier übrig gebliebenen Zechen in Deutschland geschlossen werden, weil es ab 2018 keine Subventionen mehr gibt. Dies und viele interessante Dinge aus dem Bergbau erzählte uns im Sachunterricht der eingeladene Bergmann, Herr Fischak. Eigentlich gäbe es noch Kohlereserven für 400 Jahre. Aber deutsche Kohle ist teuer und schwerer zu gewinnen als ausländische. Zudem haben wir höhere Sicherheitsstandards. Außerdem sind die Löhne der Bergleute hier höher als die ihrer Kumpel im Ausland. Auf Grund der hohen Kosten setzt man in Zukunft lieber auf günstigere Importkohle.
Cedric Teschler

Bergmann besucht Schule
Der Bergmann Herr Fischak besuchte am 9.November 2011 die Klasse 4B der Wichernschule. Er schaute sich mit den Kindern einen Film über den Bergbau an. Als der Film zu Ende war, erzählte er recht viel über den Bergbau und das Ruhrgebiet. Er erklärte zum Beispiel, warum so viele Ausländer im Ruhrgebiet leben und wie sich Bergleute Untertage kleiden. Anschließend durften die Kinder ihn mit Fragen löchern. Auch unsere Lehrerin, Frau Scherbarth, stellte Fragen zum Bergbau, die der Bergmann gerne beantwortete. Die Kinder erfuhren an diesem Tag vieles über den Bergbau, was sie vorher nicht wussten.
Paul Kahla

„Kumpel“ besucht 4B
Am Mittwoch besuchte uns Herr Fischak, ein Bergmann der Zechenanlage Auguste Victoria in Marl, in der 4B der Wichernschule. Weil wir im Sachunterricht das Thema „Ruhrgebiet“ haben, besuchte uns Herr Fischak. Er erzählte uns viel über Zechen und Kohleabbau im Ruhrgebiet. Wenn es heute nur noch 4 Zechen gibt, waren es früher über 200. Darum haben sich im Ruhrgebiet in den Städten viele Menschen angesiedelt. Uns hat es viel Spaß gemacht und wir haben auch etwas gelernt.
Nico Thiemann

Besuch vom Bergbau
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ie Klasse 4B von der Wichernschule hat Besuch bekommen: Herr Fischak, der mehrere Jahre im Bergbau gearbeitet hat. Die Klasse hat viel erfahren. Hier sind Beispiele: Um im Bergbau zu arbeiten, braucht man nicht so einen guten Schulabschluss. Im Ruhrgebiet gibt es nur noch zwei Bergwerke. Und in ganz Deutschland nur noch vier. Früher gab es 200 im Ruhrgebiet. Die zwei Bergwerke im Ruhrgebiet schließen 2015 und 2018. Dann gibt es in Deutschland keine Bergwerke mehr. Deutsche Kohle ist einfach zu teuer. 1 Tonne Kohle kostest 300 €, im Ausland nur 80 €. Nach dem 2. Weltkrieg gab es zu wenige Arbeiter im Bergbau. Deutsche Arbeiter verdienen mehr Geld als Ausländer. Und hier noch mehr vom Bergbau: Bevor der Arbeiter unter die Erde fährt, muss er durch die weiße Kaue und durch die schwarze Kaue. Die gewonnene Kohle wird zu Koks verarbeitet. Der Bergmann braucht: Schienbeinschoner, Helm, Lampe, Schuhe, Hose, Hemd und Staubmaske. Und für welche, die keine Mäuse mögen: im Bergwerk gibt es Mäuse!
Joyce Knörnschild

Bergmann besucht die Wichernschule
Heute, am Mittwoch, 9.November 2011 besuchte Herr Fischak – ein ehemaliger Bergmann – die Wichernschule. Er erzählte der Klasse 4B wie groß das Ruhrgebiet geworden ist und dass nach viel Abbau von Kohle es immer weniger Bergwerke gibt. Früher gab es 8     Bergwerke, mittlerweile nur noch 4. Er berichtete auch, dass die Kohle im Ausland billiger sei als in Deutschland. Als der Bergbau begonnen hatte, gab es noch keine großen Schiffe zum Transport der Kohle. Man benutzte eher Züge zum Transportieren. Er berichtete von der Arbeit unter Tage. Zum Schutz braucht ein Bergmann eine Staubmaske, damit kein Staub und Dreck in den Mund fliegt, Handschuhe, Knieschoner und ganz wichtig einen Helm mit Lampe. Zum Schluss hat er erzählt, dass unten, wo die Kumpel arbeiten, ganz viele Mäuse leben. Die Mäuse haben ganz große Augen um in der Dunkelheit etwas zu sehen. Für uns Kinder was das sehr interessant.
Rebecca Kleppe


Fürst Leopold begeistert Schulgeographen

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40 Schulgeographen aus ganz NRW entdeckten auf Einladung der Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) die Industriekultur. Endstation der Rundreise war am 8. November Fürst Leopold. Hier wurde die Gruppe von Martin Hagemann in der denkmalgeschützten Maschinenhalle begrüßt (Bild) und über die Schwerpunkte der Arbeit des Bergbauvereins innformiert. Nach einer Führung an der Dampfmaschine und einem kurzen Rundgang über das Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold übernahmen dann Volker Jenau und Gerhard Schute die Gruppe und starteten eine verkürzte Führung durch die Zechensiedlung. “Das möchte ich mir noch einmal in der Langfassung ansehen”, meinten mehrere Teilnehmer und versprachen ein Wiederkommen im nächsten Jahr.


Theater in der Zechensiedlung

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Ein spannendes Theaterprojekt wird derzeit mit Förderung der Maßnahme Soziale Stadt Hervest realisiert. Unter der Anleitung der Profis Michael Schmidt (Dramaturg) und Peter Adrian E. Krahl (Regisseur) wollen Hervester ein eigenes Theaterstück erarbeiten und dann später natürlich auch aufführen. Vom Buch bis zur Rollenbesetzung soll alles innerhalb dieses Projektes entwickelt werden. “Für wen spielen wir? Wo spielen wir?” - Um diese Fragen zu beantworten, ließen sich die Projektteilnehmer vom Bergbauverein (Gisela Poppek, Volker Jenau und Gerhard Schute) durch die Siedlung führen. Für einige Teilnehmer war es ein Spaziergang durch heimatliche Gefilde, andere - ebenfalls Dorstener - räumten ein, noch nie durch die Siedlung gegangen zu sein. Ihr Fazit: “Ich hab’ gar nicht gewusst, dass Hervest so schöne Ecken hat.”

Infos zu den Machern des Theaterprojektes auf www.theaterorangekiste.de


Herbstspaziergang mit Petra Eißing

Zum Herbstspaziergang durch die Zechensiedlung hatte der Bergbauverein am 19. Oktober eingeladen - mit 17 Teilnehmern machte sich die bisher größte Gruppe bei herrlichem Herbstwetter auf den Weg.

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Petra Eißing (vierte von links) begeisterte die Gruppe mit der Geschichte der und Geschichten aus der Siedlung Fürst Leopold, deren Baubeginn (1912) im nächsten Jahr ein rundes Jubiläum feiert. Die bunt gemischte Gruppe mit Teilnehmern aus Dorsten, Essen und Münster war wie alle Gruppen zuvor einerseits fasziniert von der Architektur der Gartenstadt Fürst Leopold, hatte andererseits aber auch viele Fragen zum Leben in der Siedlung “früher” und heute.

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Alte Aufnahmen und Kinderkleidung von “damals” halfen den Gästen bei der Reise in die Vergangenheit.

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Bei schönem Wetter hat die Zechensiedlung (fast) nur schöne Seiten, aber den Spaziergängern fiel auch auf, dass seit der großen Sanierung der Zechensiedlung in den 80er Jahren an vielen Häusern nicht mehr viel gemacht worden ist. “Die Stadt sollte”, meinte einer det Teilnehmer, “bei der Evonik und bei den privaten Hausbesitzern für eine Teilnahme am Fassadenprogramm im Projekt Soziale Stadt werben.” - Mal sehen, ob die Botschaft ankommt...


“So macht Schule richtig Spaß”

Ganz viel Besuch hatte der Bergbauverein am 19. September: Zwei Klassen der Albert-Schweitzer-Schule (4a und 4b) trafen pünktlich um 10 Uhr am Brunnenplatz ein, um zur verabredeten Siedlungsführung zu starten. Für die Kinder und die begleitenden Lehrkräfte (Annette Kräft und Yvonne Pinnow), aber auch für die Mitglieder des Bergbauvereins, die die beiden Klassen durch die Sledlung führten und betreuten (Barbara Pötsch, Gisela Poppek, Dagmar Heier, Volker Jenau und Gerhard Schute) wurden die 90 Minuten “Siedlungsspaziergang” zu einem spannenden Erlebnis. Schließlich meinte eines der Kinder: “So macht Schule richtig Spaß.”

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Start und Ziel der Führungen ist immer der Brunnenplatz mit der Frage: Wenn die Tiere in der Brunnenskulptur nicht die Bremer Stadtmusikanten sind, welche Bedeutung haben dann Schwein, Gans, Ziege und Tauben für das Leben in der Siedlung gehabt? Die Antworten gibt es unterwegs...

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Bärbel Pötsch (links) und Dagmar Heier (rechts) beim “heiteren Gemüseraten”. Möhren kennt (und mag) fast jedes Kind, aber wenn es um die verschiedenen Bohnensorten geht, ein Rosenkohl oder auch Porree gezeigt werden, dann ist eben doch oft Ratezeit. Dass in den Gärten “früher” kein Platz war für Rasen und Rosen, sondern in Beeten wuchs, was die Bergarbeiterfamilie zur Ernährung brauchte - da staunt das Schulkind von heute.

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“Wer möchte Ziegenkäse probieren?” - Wenn Gisela Poppek (links) die kleinen Würfel auspackt, will fast jedes Kind etwas Käse von der “Bergmannskuh” - die meisten Kinder nehmen dann auch gerne ein zweites und drittes Stück. - Beim Blick über die Gartenhecke entdecken die Kinder in der Marxstraße spannende Unterschiede in der Fassadengestaltung der Häuser.

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Bärbel Pötsch, Gisela Poppek und Volker Jenau erklären den Kindern die kleine Rätselaufgabe, die es während der Führung durch die Siedlung zu lösen gilt - eine Fotosafari, an deren Ende auf die Kinder eine kleine Überraschung als Belohnung wartet. Am “Spiegelplatz” an der Burgsdorffstraße haben sich die Kinder in einer langen Reihe aufgestellt und entdecken mit vergleichenden Blicken nach vorne und hinten, nach rechts und nach links die Besonderheiten des schönen Platzes.

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Eine Runde Toben auf dem Spielplatz in der Zechensiedlung und dann werden die Spiele von “damals” gespielt, zum Beispiel Murmeln rollen. Und wenn die Kinder dann fragen “Wo kann man die kaufen?”, ist es des beste Beweis dafür, dass solche Spiele auch heute noch viel Spaß machen können.


Spaziergang durch die Siedlung beim “Fest der Kulturen”

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Wie bei jedem Fest auf dem Brunnenplatz hatte der Bergbauverein auch zum „Fest der Kulturen“ zu einer Führung durch die Zechensiedlung Fürst Leopold eingeladen. Und trotz des schlechten Wetters mit der Aussicht, unterwegs in einen kräftigen Schauer zu geraten, machte sich um 18 Uhr unter der Führung von Rainer Schöneweiß eine Gruppe auf den Weg. „Wegen des Wetters werden wir das etwas abkürzen“, meinte Rainer Schöneweiß beim Start, aber schon als die Gruppe den bunten Garten von Jürgen Bülten erreicht hatte, war klar, dass auch diese Führung mindestens 90 Minuten dauern würde. Es gab über Fragen und viel Erstaunen über die grünen Innenseiten der Siedlung – „Das sieht man ja alles nicht, wenn man mit dem Auto durch die Siedlung fährt oder an ihr vorbei“.

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Premiere mit Bohnen und Ziegenkäse

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Manchmal ist es ja vielleicht ganz gut, ins kalte Wasser geworfen zu werden - nach diesem Motto kam der Bergbauverein zu einer zwar nicht geplanten, aber dann doch sehr gelungenen Premiere, nämlich zur ersten offiziellen Kinderführung durch die Zechensiedlung Fürst Leopold. Unser Gast war die OGS-Gruppe der Lembecker Don-Bosco-Schule, die im Sommerferienspaß der Stadt Dorsten ein tolles Programm hatte: „Ruhrgebiet zwischen Kohle und Stahl“.

Eigentlich wollte die Gruppe am 8. August die Kolonie in Eisenheim (Oberhausen) besichtigen – der Termin fiel aus. „Warum in die Ferne reisen, liegt das Gute doch so nah“ - man erinnerte man sich an die Zechensiedlung Fürst Leopold und natürlich war die AG Siedlungsführung gerne bereit, die Gruppe in Empfang zu nehmen und durch die Siedlung zu führen.

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Wer weiß denn, welche Tiere hier auf dem Brunnen dargestellt werden und welche Bedeutung sie für das Leben in der Siedlung hatten? Dass dieser Brunnen keine Erinnerung an die Bremer Stadtmusikanten ist, hatten die Kinder schnell festgestellt. Dass man die Ziege auch “Bergmannskuh” genannt hat, war ihnen allerdings neu. Und dass tatsächlich nur einige Jahrzehnte zurück mitten in der Siedlung eine prächtige Sau durchs Dorf getrieben wurde, konnte Gisela Poppek mit einem Foto beweisen - da staunte die Kindergruppe.

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Hinter diesem Fenster wohnt bestimmt ein Taubenfreund - richtig vermutet! Und die Begeisterung war groß als Jürgen Bülten spontan die Kinder ins Wohnzimmer einlud, um ihnen einige Erinnerungen an die Taubenzeit in der Siedlung zu zeigen und mal eben schnell zu erklären, warum man die Brieftauben auch gerne “Rennpferde des kleinen Mannes” nannte.

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Und was ist das? Heiteres Gemüseraten (Bild links) bei der Kinderführung durch die Zechensiedlung. Anders als heute lebten die Familien in der Siedlung “früher” vor allen Dingen von dem, was im eigenen Garten - zu jeder Wohnung gehörte ein Garten - angebaut wurde. Jahreszeitliches Gemüse stand in der Regel auf dem Speiseplan und was nicht sofort gegessen wurde, das hat man in Weckgläsern eingekocht. Erbsen und Möhren probierten die Kinder und schließlich auch Käse. “Der schmeckt aber etwas anders als sonst”, meinte einer der Jungen - kein Wunder, er hatte gerade den Käse von der berühmten “Bergmannskuh” probiert, also Ziegenkäse. - Sechs Kinder vor zwei Türen (Bild rechts): Die Wohnungen in der Siedlung waren für Familien mit vier bis sechs Kindern geplant. Da hatte, anders als zumeist heute nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer, im Gegenteil hatten viele Kinder oft nicht einmal ein eigenes Bett. “Ist doch schön, dass ich heute lebe”, stellte eines der Mädchen fest.

Kinderführungen durch die Zechensiedlung: Für Bärbel Pötsch, Gisela Poppek, Volker Jenau und Gerhard Schute, die mit der Gruppe unterwegs waren, stand am Ende fest: Das macht Lust auf mehr...

Wenn Sie Interesse an einer Kinderführung haben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Telefonisch unter 02369-248061 oder per E-mail unter der Adresse siedlung@bergbau-dorsten.de

An wen richtet sich das Angebot?

An Kindergärten und Kindertagesstätten
an Schulen
an alle Familien, die zum Beispiel einen Kindergeburtstag mal ganz anders feiern wollen, nämlich nicht im Kino oder Freizeitpark, sondern im Rahmen einer spannenden Führung durch die Zechensiedlung Fürst Leopold.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!


Fürst Leopold -Spaziergang durch eine Siedlung im Dornröschenschlaf

Fuehrung04_(c)_gsWenn Rainer Schöneweiß (Bildmitte), Eingeweihten auch bekannt als “Nachtwächter” in der Dorstener Altstadt, eine Gruppe durch die Hervester Siedlung Fürst Leopold führt, gerät er schon beim Start am Brunnenplatz ins Schwärmen: “Diese Siedlung gilt unter Experten als eine der schönsten Gartenstädte im Ruhrgebiet und muss sich weder hinter der Essener Margarethenhöhe noch hinter bekannten Siedlungen wie Eisenheim in Oberhausen oder Teutoburgia in Herne verstecken.”

Nach dem Spaziergang durch die Siedlung weiß man, was Rainer Schöneweiß so begeistert und auch Ortskundige, die glaubten, jeden Winkel zu kennen, staunen über die neuen Perspektiven, die sie mit der fachkundigen Hilfe von Rainer Schöneweiß und Brigitte Stüwe (links) gewonnen haben.

Ab dem Frühjahr 2011 soll es diese Führungen ergänzend zu den Angeboten der Dorstener stadtinfo und den Führungen, die mit großem Erfolg unser Vereinsmitglied Walter Schulte veranstaltet, regelmäßig geben. „Das alles sind Angebote“, so Rainer Schöneweiß, „die Dorstenern und Besuchern der Stadt helfen sollen, die Schönheit und das ganz Besondere dieser Siedlung zu entdecken – wie ein Dornröschenkuss.“

Der besondere Charme dieser Siedlung liegt in vielen Details, die sich erst beim langsamen Spaziergang erschließen: Das beginnt bei der Straßenführung, die sich nicht in endlosen Schluchten verliert, sondern durch kleine Plätze, Straßenversatz und Öffnungen in Alleen statt bandartiger Langeweile immer wieder Überraschungen zu bieten hat.

Fuehrung06_(c)_gsFuehrung05_(c)_gs Die Künstlerin Brigitte Stüwe (links) erzählt faszinierend von dem Leben in dieser Siedlung, von damals, als die Bergarbeiter aus Masuren angeworben wurden, um in Dorsten auf Fürst Leopold zu arbeiten. Natürlich brachten sie ihre Familien mit, ihre Haustiere - der Garten am Haus war das Reich der Frauen. Anders als zumeist heute kein Garten mit Rasen und Rabatten, der Garten hatte fast fürs ganze Jahr der Familie das notwendige Obst und Gemüse zu liefern. Kohl in allen Varianten, aber auch Kräuter für Tee und Hausmittel, mit den Abfällen wurden Schweine und Ziegen gefüttert – da brauchte es noch keinen Tonnenmix, der heute viele Torbögen in der Siedlung verunstaltet. Der Hausmüll damals, das war kaum mehr als die klumpende Asche der Deputatkohle, mit der gekocht und geheizt wurde.

“Haus und Garten waren aber auch”, ergänzt Rainer Schöneweiß (rechts), “ein probates Mittel der Zeche, um die Mitarbeiter zu binden. Hatten sie sich erst einmal mit ihren Familien in der Siedlung eingelebt, waren sie nur noch schwer abzuwerben. Die Siedlung hatte vor allen Dingen am Brunnenplatz ihre Geschäfte, hatte einen eigenen Polizisten mit einer kleinen Arrestzelle, sie hatte eine Hebamme und sogar eine kleine Leichenhalle - alles was man zum Leben braucht, quasi von der Geburt bis zum endgültigen Abschied aus der Siedlung. Und über Jahrzehnte war dies der ganz normale Lebensrhythmus im Schatten der Schachtanlage.

Fuehrung02_(c)_W.MarkusFuehrung03_(c)_W.Markus “Das war so spannend, dass man das Frieren vergessen hat”, in diesem Punkt waren die Vereinsmitglieder Gerhard Schute und Ulrich Wilke (linkes Bild) einer Meinung. Und auch beim abschließenden Glühwein in der Maschinenhalle (winterfest, ungeheizt und also etwa 50° kälter als zu Betriebszeiten) hatte man sich schnell darauf geeinigt: „Diesen Spaziergang werden wir im Frühjahr wiederholen, wenn keine Gefahr besteht, mit den Füßen am Boden festzufrieren.“ Dann sollen auch verschiedene Familien besucht werden, dann werden die Gärten “inspiziert“, dann wird man auch mit Sicherheit hier und da mit Siedlungsbewohnern ins Gespräch kommen. Mag sein an der Freiligrathstraße, wo aktuell leider viele Leerstände für ein nicht ganz so erfreuliches Bild sorgen, mag sein an der Pommesbude an der Glückaufstraße (so schreibt man es richtig), wo es laut „Pommesführer“ eine besonders gute Currywurst gibt. – Nur zur nicht ganz ernst gemeinten Klarheit: Das liegt natürlich am Rezept und hat ganz bestimmt nichts damit zu tun, dass hier früher einmal die Leichenhalle der Siedlung Fürst Leopold war. (gs)


Bergbauverein startet Führungen durch die Zechensiedlung

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Zum Frühlingsfest auf dem Brunnenplatz (13. Mai) und der zeitgleich im Duisburger Landschaftspark Nord stattfindenden Messe „StadtTeilleben“, bei der sich mit Unterstützung des Bergbauvereins auch das Projekt Soziale Stadt Hervest präsentieren wird, startet der Bergbauverein sein Angebot regelmäßiger fachkundiger Führungen durch die Zechensiedlung Fürst Leopold. Am 13. Mai finden diese Führungen ab 15.15 und 16.30 Uhr statt und enden nach etwa einstündigem Rundgang in der denkmalgeschützten Maschinenhalle.

Wie lebte es sich „damals“ in der zwischen 1912 und 1920 gebauten Zechensiedlung, wie lebt es sich heute dort? Bei den Führungen geht es nicht nur um die Baugeschichte der Siedlung, die 1984 nach dem Gestaltungskonzept des Dorstener Architekten Prof. Manfred Ludes saniert wurde, sondern nicht zuletzt auch um die Sozialgeschichte dieser Siedlung, die gebaut wurde, um Arbeitskräfte für die Zeche Fürst Leopold nach Dorsten zu locken und durch die Attraktivität der Siedlung langfristig an die Schachtanlage zu binden.

Dabei möchte der Bergbauverein die Bewohner der Siedlung nicht durch Teilnehmer an den Führungen „besichtigen lassen“, sondern möglichst aktiv beteiligen. Wer hat Anekdoten zu erzählen? Wie sah das Spielzeug aus, mit dem sich die Kinder auf den Straßen in der Siedlung vergnügten? Wer hat noch alte Fotos zum Beispiel vom Waschtag oder von der „Bergmannskuh“ im Garten hinter dem Haus? Wie hat sich der Speiseplan der Siedlung über die Jahrzehn-te verändert? – Fragen über Fragen, die letztlich nur von den Bewohnern der Siedlung selbst beantwortet werden können.

Interessenten – auch für die Teilnahme an einer der beiden Siedlungsführungen am 13. Mai – melden sich bei Volker Jenau (Tel. 02369-248061), schreiben eine E-mail an
siedlung@bergbau-dorsten.de
oder kommen einfach zum direkten Gespräch mit dem Bergbauverein am 13. Mai zum Brunnenplatz, denn anlässlich von Frühlingsfest, Messe in Duisburg und Siedlungsführungen ist an diesem Tag die Geschäftsstelle des Bergbauvereins von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

siedlung_4Eine Vorpremiere zu den Führungen am 13. Mai und dann später regelmäßigen Führungen gab es am Sonntag (8. Mai) mit dem Besuch einer Radlergruppe der Evangelischen Erwachsen- enbildung Dortmund. Über das Stadtteilbüro hatte die Gruppe um eine Führung gebeten und kurz entschlossen stellte sich Rainer Schöneweiss (im Bild ganz links) zur Verfügung.

Die zehn Radtouristen - sie waren unterwegs von der Lippequelle bis zur Lippemündung - zeigten sich begeistert von “einer der schönsten Zechensiedlungen des Ruhrgebietes”, auch wenn an diesem Sonntag eine Besichti- gung von Maschinenhalle und Dampfmaschinen noch nicht möglich war.
Regio-Guide Rainer Schöneweiss konnte selbstverständlich auch die Fragen der Gruppe zu Tisa von der Schulenburg beantworten und begleitete die Gruppe auf ihrer Weiterfahrt nach Wesel noch durch die Stadt, vorbei am Kohlebrocken im Kubus am Recklinghäuser Tor, am Tisa-Gärtchen bis hin schließlich zur Kohlensteele am Bootshaus des Ruderclubs, dem alten Standort des historischen Kohlhauses.

Übrigens: Die beiden Führungen am 13. Mai sind absehbar die letzte Chance, die Maschinenhalle und die Dampfmaschinen zu besichtigen, weil die denkmalgeschützte Maschinenhalle nach der Entlassung aus dem Bergrecht für eine öffentliche Nutzung beispielsweise bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen oder auch der sanitären Einrichtungen entsprechend vorbereitet werden muss.